Über kaum einen Forscher wird so viel behauptet und so wenig wirklich gelesen wie über Charles Darwin.
Sein Name steht für eine der grössten Umwälzungen der Geistesgeschichte. Und doch kennen die meisten von ihm nur das Schlagwort vom Überleben des Stärkeren, einen Satz, den Darwin so nie formuliert hat. Was er tatsächlich dachte, ist vorsichtiger und zugleich viel radikaler: dass alles Leben miteinander verwandt ist, dass Arten sich wandeln und dass kein Plan, sondern Zeit, Variation und Auslese die Vielfalt der Natur hervorbringen.
Dieses Buch macht Darwins Denken in zwölf klaren Kapiteln zugänglich, ohne es zu vereinfachen. Es beginnt bei der Wandelbarkeit der Arten und führt über die natürliche Auslese, den Kampf ums Dasein und den Baum des Lebens bis zu den Fragen, die Darwin selbst ein Leben lang beschäftigten. Woher kommt die Moral? Warum gibt es Leiden in der Natur? Und was bleibt von Gott, wenn das Leben sich selbst erschafft?
Darwin war kein Mann grosser Gesten. Er war ein vorsichtiger Beobachter, der mehr als zwanzig Jahre zögerte, bevor er seine Theorie veröffentlichte, weil er ahnte, wie sehr sie das Weltbild seiner Zeit erschüttern würde. Genau diese Vorsicht macht sein Werk bis heute lesenswert. Es behauptet nicht mehr, als die Belege tragen, und es weicht den unbequemen Folgen der eigenen Idee nicht aus. Wer Darwin liest, lernt nicht nur eine Theorie, sondern eine Haltung: genau hinzusehen, bevor man urteilt.
In diesem Buch erfahren Sie: