Der „Beur"-Roman ist ein Roman-Genre, das Teil der Einwanderungsliteratur ist, auch „Beure-Literatur" genannt, und das das Leben der Kinder von Einwanderern beleuchtet, die im Aufnahmeland eine Identitäts- und Kulturkrise durchleben; ihr Hin- und Hergerissensein und ihr existenzielles Unbehagen bilden den Stoff der „Beure"-Literatur. Die „Beurs" machen ihr Leben, das zwischen ihrer eigenen Identität und der des Aufnahmelandes, in dem sie aufgewachsen sind, hin- und hergerissen ist, eine fiktionale Erzählung, in der sie ihre eigenen Nöte sowie die ihrer Eltern thematisieren, denen es nicht gelingt, sich vollständig in diese sogenannten Aufnahmeländer zu integrieren, deren Kultur sich völlig von der ihrer Herkunftsländer unterscheidet. Dies verstärkt und verschlimmert ihre Gefühle der Fremdheit, Entfremdung und Andersartigkeit; genau das treibt diese Beurs dazu an, ihre eigene Identität, insbesondere sprachlich, zu schaffen - als Reaktion auf das, was sie in den Vororten erleiden. Es handelt sich in der Tat um eine Identitätssuche innerhalb einer westlichen Gesellschaft, insbesondere für die Kinder von Einwanderern aus den Maghreb-Ländern.