Eine Nahtoderfahrung reißt Herrn Karl aus seiner stillen Welt und zwingt ihn dorthin, wo er nie sein wollte: ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Er ist kein Anführer, kein Visionär. Und dennoch wird er zum Gründer einer Bewegung, die sich den Katastrophen des Lebens entgegenstellt.
Was als vorsichtige Suche nach Sinn beginnt, wächst unter seiner Führung zu einer neuen Glaubensgemeinschaft heran. Er gibt ihr Richtung, Sprache und Struktur. Aus Herrn Karl wird Dominic. Aus Zweifeln werden Überzeugungen. Und aus Zuhörern werden Anhänger.
Doch Dominic sieht seine Überzeugungen als Gewissheiten und predigt einen Weg, den er selbst bereits verlassen hat. Mit immer drastischeren Maßnahmen versucht er, seine Mission zu erfüllen, bis er die Kontrolle zu verlieren droht und sein Handeln für ihn und seine Gemeinschaft zu einer Frage des Überlebens wird.
"Der Nebelfänger" ist ein eindringlicher Roman über Glauben in Krisenzeiten, die Verführung durch vermeintliche Gewissheiten - und den schmalen Grat zwischen Orientierung und Machtmissbrauch.