Der Band versammelt Studien, die w?hrend der letzten zehn Jahre entstanden sind. Von philologischen Fragestellungen ausgehend, steht im Zentrum der Arbeiten Tiedemanns ein philosophisch-theoretisches Interesse. Gefragt wird nach den politischen Gehalten in Benjamins Sp?twerk, nach dem Verh?ltnis von Geschichte und Theologie, von Marxismus und Anarchismus in ihm. Die Konstellation, zu der historischer Materialismus und j?discher Messianismus sich beim sp?ten Benjamin zusammengefunden haben, erweist Tiedemann als durchaus singul?r und die Geschichtsphilosophie bis heute beunruhigend. "Benjamin, der innerhalb der geschichtlichen Evolution nur das mythische Immergleiche, aber keinen Fortschritt zu erkennen vermochte, diesen vielmehr nur als Sprung, als Eintritt des messianischen Reiches denken konnte, suchte dieser mystischen Geschichtsauffassung mit einer Version von Dialektik zu entsprechen, in der die Vermittlung v?llig zugunsten des Umschlags zur?cktrat, das vers?hnende dem destruktiven und kritischen Moment weichen mu?te."