Das Buch beschäftigt sich mit Bildern ostkirchlicher Häresie im westlichen, protestantischen Christentum Zentraleuropas zwischen dem Ende des 16. Jahrhunderts und der Gegenwart. Diese evangelischen Bogomilismus-Diskurse belegen die konfessionsübergreifende Vernetzung protestantischer Theologie, geben einen Eindruck vom Wandel ostkirchlicher Fremdbilder und beschreiben die Veränderungen protestantischer Selbstverständnisse. Es wird gezeigt, wie die Transformationen der Selbst- und Fremdbilder mit dem Wechsel der Wissensordnungen zusammenhängen, in die die jeweiligen Diskurse eingebunden waren. Aus ökumenisch-theologischer Perspektive wird deutlich, wie stark kirchliche Selbstverständnisse jenseits dogmatischer Richtigkeiten auch wenig (oder gar nicht) bewusste Denkvoraussetzungen widerspiegeln können.