Diese zweite Neuauflage (in Vier-Farb-Druck) wurde um den Teil 8 erweitert, in dem ich u.a. verschiedene renommierte Daniel-Ausleger zitiere und nachweise, dass meine Sichtweise nicht unbedingt neu ist, sondern bereits gedacht wurde und daher vom Text gedeckt und linguistisch erlaubt ist.
Im Buch wird gezeigt, dass die Deutung des Standbildes auf das Römische Reich historisch, geografisch, sprachlich und prophetisch nicht stimmig ist. Stattdessen wird nachgewiesen, dass das Standbild für die Endzeit das Wiederaufkommen eines anderen Weltreiches voraussagt, das vielfach nicht erwartet wird. Zudem wird die weit verbreitete Berechnung der 70 Jahrwochen untersucht. Bei näherer Betrachtung ist diese Art der Deutung ebenfalls nicht haltbar. Denn die Bibel rechnet zweimal vom Jahr 605 v. Chr.: einmal bis zu Kyrus und noch einmal von dort bis zu Antiochus Epiphanes. Der letzte Teil des Buchs befasst sich mit dem Kleinen Horn in Daniel 7 und 8 sowie mit den in Daniel 11 aufgezählten Seleukiden-Königen. In dieser Auflistung fehlt ein König, obwohl er 20 Jahre lang geherrscht hat. Diese Auslassung hat allerdings einen bestimmten Grund, der bis in die Offenbarung reicht. Mit der neuen Sicht auf das Buch Daniel ergibt sich eine andere, bibeltreuere Sicht der Daniel-Prophetie, die weitreichende Auswirkungen in der Exegese nach sich zieht. Möge es der Gemeinde Gottes dazu dienen, auch weiterhin unbedingtes Vertrauen in das Wort Gottes zu bewahren.