Die Studie von Moritz Herrmann befasst sich mit dem "Quilombo von Palmares" - einer Gemeinschaft aufständischer Sklaven im kolonialen Brasilien. In Form einer Erinnerungsgeschichte vollzieht sie den mehr als drei Jahrhunderte überspannenden Prozess der Vermittlung dieser historischen Erfahrung nach, vom kolonialen Zeitalter bis zur Aufnahme des Quilombos in die nationale Erinnerungskultur Brasiliens im 20. Jahrhundert. Die Untersuchung zeigt, wie die Erinnerung an einen kolonialen Widerstand im postkolonialen Zeitalter zu einem Faktor gesellschaftlicher Transitionen wurde und wie diese Umbrüche ihrerseits dem Quilombo immer wieder neue Bedeutungen verliehen, die grundlegende Fragen von Demokratie und Fortschritt sowie das Problem rassistischer Ungleichheit betreffen. Eine neue historische Perspektive auf die brasilianische Erinnerungskultur