Aufgrund neuer Vorschriften und Auflagen nehmen sogenannte „Evaluationsmodelle" und -praktiken im beruflichen Umfeld immer mehr zu. Ihr Einzug in den Gesundheits-, Sozial- und Bildungssektor stellt die Fachkräfte vor Fragen und löst eine Kontroverse hinsichtlich ihrer Ziele und Auswirkungen aus. Im Rahmen meiner Tätigkeit als Ausbilderin und Beraterin stieß der Vorschlag, Räume für Reflexionen über die „Bewertung von Fortbildungsmaßnahmen" zu schaffen und gleichzeitig ein offensichtliches Interesse daran zu wecken, auf erheblichen Widerstand. Diese doppelte Bewegung veranlasste mich, die Faszination zu hinterfragen, die die mit diesem Konzept einhergehenden Vorstellungen und Assoziationen auslösen. Diese Arbeit untersucht in einer reflexiven Analyse, was sich in diesen Begegnungen abgespielt hat. Auf der Grundlage dieser Neubetrachtung sowie philosophischer Konzepte und solcher aus der Arbeitsanalyse habe ich meinen Blick erweitert, um die Herausforderungen dieser „Kultur" der Evaluation auf institutioneller und persönlicher Ebene zu definieren und zu verstehen, bis hin zur Untersuchung der Frage, inwiefern die Begleitung eines Evaluationsprozesses eine Intervention in der Organisation sein kann und unter welchen Bedingungen sie als professionalisierend betrachtet werden kann.