Das 19. Jahrhundert ist das Zeitalter des Interieurs, des kleinen privaten Kosmos des Bürgertums, in dem die Salons und Boudoirs eine individuelle Sprache sprechen, die ein Fenster zum Innenleben ihrer Bewohner öffnet. §Diese erzählerische Kraft der Räume und Dinge bietet auch der Literatur neue Möglichkeiten. Die literarischen Interieurs werden zu Experimentierräumen, in denen jene Erzählstrategien erprobt werden, die in ihrer Gesamtheit ein Realistisches Schreiben ergeben. Dieses zeichnet sich durch ein gesteigertes Interesse an der Oberfläche der Dinge aus, es sucht die Auseinandersetzung mit dem Gegenständlichen, entdeckt die narrative Kraft des Details und der Spur und sucht beständig nach einer konzentrierten, sich in den Dingen abzeichnenden Wirklichkeit. Das Buch konzentriert sich auf die literarischen Strömungen der drei großen europäischen Metropolen Paris, London und Berlin und damit auf die großen Romane des Realismus.