Vier Jahrzehnte nach der Unabhängigkeit ist das Thema der Unterrichtssprache an sambischen Schulen nach wie vor umstritten. Bei der Unabhängigkeit im Jahr 1964 wurde Englisch sowohl als Landessprache als auch als Unterrichtssprache eingeführt. Diese Studie untersuchte den Prozess der Sprachpolitikgestaltung, um die Einflüsse aufzudecken, die auf diesen Prozess einwirken. Die Studie bietet eine historische Analyse darüber, wie die Politikgestaltung und Reformen im Bildungswesen seit der Einführung der formalen Bildung im Land verlaufen sind. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass pädagogische Gründe bei der Formulierung und Überprüfung der Politik nicht im Vordergrund standen. Selbst wenn pädagogische Fragen auf den Verhandlungstisch kamen, war ihr Einfluss auf die Politik vernachlässigbar. Die Studie hat zudem gezeigt, dass Politiker, die Elite und Geldgeber über Einfluss verfügen, um die Politik in ihre Richtung zu lenken, während die Beiträge der breiten Masse kaum den Weg auf den Verhandlungstisch finden. Es ist jedoch ermutigend festzustellen, dass sich der Prozess der Politikgestaltung in eine positive Richtung bewegt: von der völligen Ablehnung der Einbeziehung lokaler Sprachen in den 1960er Jahren über eine teilweise Anerkennung in den 1970er Jahren bis hin zur formellen Anerkennung als Unterrichtssprache in den 1990er Jahren.